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interessengemeinschaft pankow-heinersdorfer bürger e.V.
ipahb e.V. - Tiniusstr. 9 -11 Haus 4 - 13089 Berlin Sprechzeiten: Montags 16:00 - 19:00 Uhr |
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NEIN I zur Ahmadiyya - Moschee in Pankow-Heinersdorf ! |
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„Wir sind Pankow !“ |
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Spendenkonto
ipahb Bank: Dresdner Bank Kto.: 4356 7771 00 BLZ.: 160 800 00 Zweck: Spende |












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Externe Links:
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Die Angst vor der Moschee in Heinersdorf Die Welt vom 27.12.2006
Die Gemeinschaft der Ahmadiyya hat in Pankow ein Grundstück erworben, um darauf eine zweistöckige Moschee zu errichten. Der Bezirk hat den Bau jetzt genehmigt. Von Jens Anker Berlins Muslime wollen hinaus aus den Hinterhöfen. Statt in provisorischen Gebetsräumen wollen die Gläubigen in eigenen Moscheen beten. Mehrere Gemeinden planen den Bau eigener Gotteshäuser. Neben den bestehenden am Columbiadamm in Neukölln und einer kleinen Moschee in der Brienzer Straße in Wilmersdorf, haben vier Gemeinden derzeit fertige Baupläne. Zwei Moscheen werden an der Wiener Straße und an der Falckensteinstraße in Kreuzberg errichtet. Der größte Streit um einen Neubau herrscht jedoch im Pankower Stadtteil Heinersdorf. Hier hat die Gemeinschaft der Ahmadiyya ein Grundstück erworben, um darauf eine zweistöckige Moschee samt zwölf Meter hohem Minarett zu errichten. Der Bezirk hat den Bau jetzt genehmigt. Der Schornstein überragt alles. 40 Meter reckt er sich in den Himmel. Manche in Heinersdorf machen Witze darüber. Vielleicht werde der Schornstein zum Minarett umgebaut, vermuten sie mit einem Augenzwinkern. Galgenhumor. Denn die Heinersdorfer fürchten nichts mehr als das. Seitdem die Muslimbruderschaft der Ahmadiyya das Grundstück mit dem einsamen Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerkes an der Ecke Prenzlauer Promenade/Tiniusstraße gekauft hat, herrscht Aufruhr im nordöstlichen Stadtteil. Die Muslime wollen dort eine Moschee bauen. Viele Heinersdorfer sind dagegen. Inzwischen ist der Streit längst über das umstrittene Projekt hinaus gewachsen und zum Brennglas für heikle Fragen geworden: Sind die Heinersdorfer Nazis? Importieren die Ahmadiyyaner radikalen Islamismus nach Pankow? Herrscht Religionsfreiheit oder wird dieses Grundrecht missbraucht? Fragen, mit denen sich Abdul Basit Tariq seit Monaten beschäftigt. Er ist der Imam der 200 Ahmadiyyaner in Berlin. "Unsere geplante Moschee in Heinersdorf ist nur der Funke, an dem sich die Debatte entzündet hat", sagt Tariq und legt seine Sicht der Dinge dar. "Die Heinersdorfer sind gute Leute, sie haben aber Angst vor uns." Das müsste allerdings nicht sein, sagt Tariq, der trotz des heftigen Widerstandes nie die Ruhe verliert und freundlich zurückhaltend die Fragen beantwortet. Die einzige Lösung bestehe darin, einander zu tolerieren, sich kennen zu lernen und die Probleme offen anzusprechen. Denn Eines wollen die Ahmadiyyaner auf keinen Fall, versichert er: sich isolieren. "Die Weisheit ist eine verlorene Sache für die gläubigen Muslime, sie sollen sie finden und annehmen, wo sie ihr begegnen", zitiert der Imam den Propheten Ahmad. Überall gebe es gute Dinge, die die Muslime übernehmen sollen. Zu allererst gelte es allerdings, die Sprache zu lernen. Jeden Freitag predige er deshalb in Deutsch. Jeder sei dabei willkommen. Die Ahmadiyyaner sind friedliche Muslime, bestätigt Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Beim Verfassungsschutz liegen keine Erkenntnisse über mögliche Gefahren vor, die von ihnen ausgehen könnten. Im Gründungsland. Pakistan, werden die Ahmadiyyaner verfolgt, weil sie mit ihrem Namensgeber Ahmad an einen eigenen Propheten glauben. Die Integration in ihre neue Heimat sei Bestandteil des Glaubens. "Wenn wir in Heinersdorf sind, bin ich voller Hoffnung, dass die Heinersdorfer kommen und sich informieren", hofft Tariq auf ein friedliches Miteinander. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Joachim Swietlik wohnt gegenüber der geplanten Moschee und ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Pankower und Heinersdorfer Bürger (Ipahb), die sich vehement gegen die Moschee wendet. "Wer soll denn hier integriert werden", fragt er und gibt die Antwort gleich selbst. "Von den 6500 Heinersdorfern ist keiner Muslim." Swietlik und die anderen Vereinsmitglieder wundern sich daher, warum die Muslime ausgerechnet in Heinersdorf eine eigene Moschee bauen wollen. Swietlik sitzt im Büro des Vereins, direkt neben dem Bauplatz der Ahmadiyyaner im Vereinsbüro. Der Gebäudekomplex gehörte zu einer Sauerkrautfabrik aus DDR-Zeiten, die vom benachbarten Heizkraftwerk beliefert wurde. Auch der Vereinsvorsitzende hat trotz der Querelen nie seine ausgleichende Art verloren. Sechs Mal ist bereits zu Streitgesprächen mit Imam Abdul Basit Tariq gekommen. Beide respektieren sich, auf einen gemeinsamen Nenner werden sie allerdings wohl nicht mehr kommen. Swietlik sieht sich in einer schlechten Position. Der Verein werde von allen Seiten angegriffen. Sie würden als Nazis diffamiert, dabei habe er sich erst zur Mitarbeit im Verein entschieden, als er sicher war, dass keine ausländerfeindlichen Motive dahinter steckten. Dennoch sind die Rechtsradikalen ein Problem. Sie wollen die Anti-Moschee-Stimmung nutzen, organisieren eigene Veranstaltungen und mischen sich unter die Demonstranten des Vereins. Von den Politikern - ausgenommen der Pankower CDU - fühlt sich der Verein ebenfalls alleingelassen. Alle anderen Fraktionen befürworten den Moscheebau. Der PDS-Bundestagsabgeordneten Petra Pau drohte der Verein rechtliche Schritte an, weil sie in einer Fernsehsendung behauptet habe, der Verein sei von der NPD übernommen worden. Neuerdings hat sich ein Gegenverein mit dem Namen "Heinersdorf öffne dich" gegründet, der den Bau der Moschee ebenfalls unterstützt. Und die linke Antifa stelle die Vereinsmitglieder öffentlich bloß. "Wir sitzen zwischen allen Stühlen", sagt Swietlik. Dabei sei der Verein nicht grundsätzlich gegen den Bau von Moscheen. "Aber solch ein Bau sollte am Ende einer Entwicklung stehen", fordert Swietlik. Die Aufregung sei bei anderen Projekten nicht so groß, weil in Neukölln und Kreuzberg Muslime stark vertreten seien und die Gotteshäuser "da logisch hingehören" - in Heinersdorf dagegen nicht, findet er. Zudem misstrauen die Heinersdorfer den Muslimen. "Die Leute fühlen sich verschaukelt", sagt Swietlik. Einerseits poche Tariq auf die Religionsfreiheit, andererseits fordere er für die gläubigen Mädchen Ausnahmen, zum Beispiel die Befreiung vom Schwimmunterricht in der Schule. Auf einer Veranstaltung hätte der Imam die Möglichkeit des Verzichts des Neubaus signalisiert, bei einem anderen Termin dagegen auf den Standort Heinersdorf bestanden. "Wie soll man Vertrauen gewinnen, wenn man sie bei lauter kleinen Unwahrheiten erwischt", klagt der Vorsitzende. Und das Misstrauen wächst weiter. Der benachbarte ehemalige Rangierbahnhof Pankow soll verkauft werden, heißt es in Heinersdorf. Schon keimt die Befürchtung auf, die Ahmadiyyaner wollen das Grundstück ebenfalls kaufen und ihre Deutschland-Zentrale von Mannheim nach Berlin verlegen. Immer neue Gerüchte wabern durch den Stadtteil. Besonders verunsichert hat die Anwohner, dass die Gemeindemitglieder vor ein paar Wochen angefangen haben, die Bäume auf dem Grundstück zu fällen. Vergangenen Sonntag war es wieder soweit. "Da glühten hier die Telefondrähte sofort", sagt Swietlik. Es habe eine zeitlang gedauert, die Gemüter wieder zu beruhigen. "Schöne Bescherung", sagt ein Vereinsmitglied. Da ist er wieder: Der Heinersdorfer Galgenhumor. —————————————————————————————————————————————————————————————————— Lichterkette gegen Moschee geplant Tagesspiegel vom 27.12.2006 Pankower kritisieren Baugenehmigung Nachdem das Bezirksamt Pankow vergangenen Freitag den Bau einer Moschee im Stadtteil Heinersdorf genehmigt hat, haben Anwohner Protestaktionen angekündigt. Die Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (ipahb) will am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr eine Lichterkette entlang der Tiniusstraße organisieren, wo die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde ihr Gotteshaus errichten will. Ein entsprechender Antrag soll heute früh bei der Polizei eingereicht werden, bestätigte Joachim Swietlik, Vorsitzender der ipahb. „Den Leuten so eine Entscheidung auf den Gabentisch zu packen, ist dreist“, sagte Swietlik mit Hinblick auf den Zeitpunkt der Genehmigung. Er kritisierte, dass die Genehmigung trotz des massiven Widerstands der Bevölkerung erteilt worden ist. Im vergangenen halben Jahr habe die ipahb mehr als 6000 Unterschriften gegen die Moschee gesammelt. Sie wird von den Anwohnern mit der Begründung abgelehnt, dass in dem Gebiet keine Muslime wohnen würden. Auch sei nichts über die Ziele der Religionsgemeinschaft bekannt. „Wir sind zwar mit Vertretern der Gemeinde schon mehrfach in Dialog getreten, diese Versuche haben aber immer wieder neue Fragen aufgeworfen“, sagte Swietlik. Eine zugesicherte Informationsbroschüre, mit denen die Gemeinde die Vorbehalte der Bürger hätte zerstreuen können, sei nicht verteilt worden. „Die Lichterkette soll ein Zeichen dafür sein, dass wir mit einer solchen Vorgehensweise nicht einverstanden sind.“ Den Erfolg der Aktion schätzt Swietlik jedoch realistisch ein: „Die Gesetzeslage deckt den Bau ab.“ ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Umstrittener Moscheebau genehmigt Tagesspiegel vom 24.12.2006 Baubeginn in Pankow für Februar geplant. Anwohner kündigen Proteste an Nach eingehender Prüfung hat das Bezirksamt Pankow dem Antrag der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde auf Bau einer Moschee in Heinersdorf stattgegeben. Eine Genehmigung wurde erteilt, das bestätigte gestern auf Anfrage Gemeindevorsitzender Abdullah Uwe Wagishauser. Der geplante Bau an der Tiniusstraße 5 könne „ohne besondere Auflagen“ erfolgen, sagte er. Jetzt stehe die Ausschreibung für das Objekt an. Mit dem Baubeginn für das zweigeschossige Haus mit Zwölf-Meter-Minarett rechnet er für Februar. „Das hängt von der Witterung ab.“ Geschätzte Kosten: eine Million Euro. Ostteil der Stadt bemüht, hatte es immer wieder Proteste von Heinersdorfer Bürgern gegeben. Der CDU-Ortsverband bezeichnete die Struktur der Gemeinde als „undemokratisch, vermutlich sogar totalitär“. Dennoch kommt für die Gegner die Genehmigung nicht überraschend. „Wir hatten damit gerechnet“, sagte René Stadtkewitz, Kreisvorsitzender und baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Den Zeitpunkt zur Bekanntgabe – kurz vor Weihnachten – bezeichnete er als unglücklich. „Viele Fragen der Bevölkerung sind noch nicht beantwortet worden.“ Er forderte daher Vertreter der Gemeinde auf, in einen Dialog mit den Anwohnern zu treten. Konflikte könnten im Gespräch leicht beseitigt werden, schließlich gehe es darum, dass „zwei unterschiedliche Lebensvorstellungen in einem Stadtteil zusammenfinden sollen.“ Stadtkewitz äußerte Verständnis dafür, dass Bürger derzeit eine Protestveranstaltung für den kommenden Mittwoch organisieren. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Lichterkette gegen Moschee geplant Tagesspiegel vom 27.12.2006 Pankower kritisieren Baugenehmigung Nachdem das Bezirksamt Pankow vergangenen Freitag den Bau einer Moschee im Stadtteil Heinersdorf genehmigt hat, haben Anwohner Protestaktionen angekündigt. Die Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (ipahb) will am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr eine Lichterkette entlang der Tiniusstraße organisieren, wo die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde ihr Gotteshaus errichten will. Ein entsprechender Antrag soll heute früh bei der Polizei eingereicht werden, bestätigte Joachim Swietlik, Vorsitzender der ipahb. „Den Leuten so eine Entscheidung auf den Gabentisch zu packen, ist dreist“, sagte Swietlik mit Hinblick auf den Zeitpunkt der Genehmigung. Er kritisierte, dass die Genehmigung trotz des massiven Widerstands der Bevölkerung erteilt worden ist. Im vergangenen halben Jahr habe die ipahb mehr als 6000 Unterschriften gegen die Moschee gesammelt. Sie wird von den Anwohnern mit der Begründung abgelehnt, dass in dem Gebiet keine Muslime wohnen würden. Auch sei nichts über die Ziele der Religionsgemeinschaft bekannt. „Wir sind zwar mit Vertretern der Gemeinde schon mehrfach in Dialog getreten, diese Versuche haben aber immer wieder neue Fragen aufgeworfen“, sagte Swietlik. Eine zugesicherte Informationsbroschüre, mit denen die Gemeinde die Vorbehalte der Bürger hätte zerstreuen können, sei nicht verteilt worden. „Die Lichterkette soll ein Zeichen dafür sein, dass wir mit einer solchen Vorgehensweise nicht einverstanden sind.“ Den Erfolg der Aktion schätzt Swietlik jedoch realistisch ein: „Die Gesetzeslage deckt den Bau ab.“ ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Umstrittener Moscheebau genehmigt Tagesspiegel vom 24.12.2006 Baubeginn in Pankow für Februar geplant. Anwohner kündigen Proteste an Nach eingehender Prüfung hat das Bezirksamt Pankow dem Antrag der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde auf Bau einer Moschee in Heinersdorf stattgegeben. Eine Genehmigung wurde erteilt, das bestätigte gestern auf Anfrage Gemeindevorsitzender Abdullah Uwe Wagishauser. Der geplante Bau an der Tiniusstraße 5 könne „ohne besondere Auflagen“ erfolgen, sagte er. Jetzt stehe die Ausschreibung für das Objekt an. Mit dem Baubeginn für das zweigeschossige Haus mit Zwölf-Meter-Minarett rechnet er für Februar. „Das hängt von der Witterung ab.“ Geschätzte Kosten: eine Million Euro. Ostteil der Stadt bemüht, hatte es immer wieder Proteste von Heinersdorfer Bürgern gegeben. Der CDU-Ortsverband bezeichnete die Struktur der Gemeinde als „undemokratisch, vermutlich sogar totalitär“. Dennoch kommt für die Gegner die Genehmigung nicht überraschend. „Wir hatten damit gerechnet“, sagte René Stadtkewitz, Kreisvorsitzender und baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Den Zeitpunkt zur Bekanntgabe – kurz vor Weihnachten – bezeichnete er als unglücklich. „Viele Fragen der Bevölkerung sind noch nicht beantwortet worden.“ Er forderte daher Vertreter der Gemeinde auf, in einen Dialog mit den Anwohnern zu treten. Konflikte könnten im Gespräch leicht beseitigt werden, schließlich gehe es darum, dass „zwei unterschiedliche Lebensvorstellungen in einem Stadtteil zusammenfinden sollen.“ Stadtkewitz äußerte Verständnis dafür, dass Bürger derzeit eine Protestveranstaltung für den kommenden Mittwoch organisieren. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Kriegerische Thesen in Neukölln Tagesspiegel vom 29.11.2006
Ein Vortrag zum Thema Migranten und Terror erregte Zuhörer im Rathaus Die hohe Geburtenrate unter Muslimen ist die Ursache für die wachsende Terrorgefahr – das behauptet der Soziologe Professor Gunnar Heinsohn. Es gebe in über 100 Krisenregionen einfach zu viele junge Männer ohne Perspektive. „Und das sind alles potenzielle Krieger“, sagt Heinsohn. Es ist eine seiner umstrittenen Thesen, die er am Montagabend im Rathaus Neukölln auf Einladung der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ vortrug. Ulrika Zabel vom Migrationsdienst der Caritas fragte sich danach: „Was will man mit so einem Vortrag für Neukölln erreichen?“ Eigentlich wollte sie danach in der U-Bahn etwas lesen, aber sie konnte nicht. Zu sehr hätten sie die Worte des Professors aufgewühlt. seines Vortrags im abgedunkelten Saal der Bezirksverordnetenversammlung war gespenstisch. Er kritisierte, dass viele Staaten, darunter auch Deutschland, die hohen Geburtenraten der „Bildungsfernen“ mit üppigen Transferleistungen unterstützen. „Die Karrierefrau braucht das Geld nicht, aber die bildungsfernen Schichten kumulieren die Leistungen dadurch, dass sie immer mehr Kinder bekommen“, so Heinsohn. Dadurch gebe es weltweit auch immer mehr „potenzielle Krieger“. In Deutschland seien es vor allem die Migranten, die auf diese Weise an Geld kämen. „Spätestens in 50 Jahren wird Deutschland dann muslimisch sein“, prophezeit der Professor. Dort, wo die Transferleistungen an Forderungen geknüpft wurden, hätten sich die Geburtenraten und die Konflikte verringert. Als Beispiele nannte er den Libanon, Algerien und Tunesien. In Deutschland gebe es zudem zu viele unqualifizierte Migranten. Deshalb fordert er ein Umdenken. Als Beispiel dafür führte er Kanada an, wo man „erst mal 90 000 Dollar hinlegen muss, um rein zu dürfen“. Dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg eine so friedliche Entwicklung genommen habe, liegt für Heinsohn nur daran, dass den Deutschen die „potenziellen Krieger“ ausgegangen seien „und nicht an dem ethisch-diskursiven Geseier.“ Es sind Sätze wie diese, die viele im Saal verstören. „Über vieles kann man ja diskutieren, und einiges hat seine Berechtigung, aber diese subtile und populistische Argumentation – das war teilweise menschenverachtend und diskriminierend“, sagt Zabel. In Neukölln habe man einen guten Weg eingeschlagen und „da fragt man sich schon, was so etwas dann soll“. Auch Ülker Radziwill, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Migration der SPD, reagierte verstört: „Ich habe nicht alles gehört, aber das, was ich mitbekommen habe, hat mich überrascht und schockiert.“ Doch nicht alle empfanden Heinsohns Thesen als Zumutung. „Man muss ja nicht alles teilen“, sagt die Stellvertretende Neuköllner SPD-Fraktionsvorsitzende Eva-Marie Schoenthal. Auch Bijan Atashgahi von der SPD-Fraktion fand den Vortrag „nicht schlecht“. Endlich habe man einen Beweis für das, was Bürgermeister Heinz Buschkowsky schon lange sage. Dieser war aus gesundheitlichen Gründen nicht gekommen. Aber er hatte den Anstoß zum Heinsohn-Vortrag gegeben. Rudolf Kujaht, Geschäftsführer von „Stadt und Land“, unterstützte den Bürgermeister und versuchte die Frage nach der Intention zu beantworten: „Wir wollen zum Nachdenken anregen mit etwas, was man sonst nicht zu hören bekommt. Christian Tretbar im Original lesen —————————————————————————————————————————————————————————————————— Befürworter der Moschee werden aktiv Berliner Zeitung vom 14.11.2006 Internetforum und Plakataktion angekündigt Stefan Strauß HEINERSDORF. Eine neue Anwohnerinitiative will gegen den schlechten Ruf antreten, der Heinersdorf im Zusammenhang mit dem Streit um eine Moschee anhängt. "Längst nicht alle Heinersdorfer sind gegen den Moscheebau", sagt Gerd Müller. Der 26-jährige Student hat gemeinsam mit 25 Anwohnern die Initiative "Heinersdorf öffne dich!" gegründet. Die Gruppe stehe für ein "tolerantes und gastfreundliches Heinersdorf", sagt Müller. Die Gründungsmitglieder, darunter Künstler, Medienschaffende, Politiker und Kirchenvertreter, bekennen sich zur Religionsfreiheit und der ungehinderten Religionsausübung. "Wir nehmen die Ängste vor bevorstehenden Veränderungen ernst. Wir stehen für einen Dialog der unterschiedlichen Gruppen, um Ängste zu überwinden und zu einem respektvollen Miteinander beizutragen", heißt es in den Grundsätzen. Auf einer eigenen Internetseite soll es künftig Informationen, Diskussionen und einen Dialog über den geplanten Moscheebau, Religion und Islam geben. Geplant sind auch Workshops und Vorträge zu diesen Themen. Am Freitag treten die Initiatoren erstmals in der Öffentlichkeit auf. In der Romain-Rolland-Straße haben sie eine Werbeplakatwand gemietet. Darauf wird sich die Initiative mit ihren Grundsätzen und der Internetplattform vorstellen. Passanten können auf die Wand ihre Meinung schreiben. "Wir sind ein Forum für alle, die sich bisher zurückgehalten haben", sagt Müller. Viele Heinersdorfer hätten sich lange nicht getraut, sich vor Bekannten und Nachbarn als Befürworter der Moschee zu bekennen. Bis zum Jahresende will das Bauamt Pankow darüber entscheiden, ob die Ahmadiyya Muslim Gemeinde an der Tiniusstraße bauen darf. Einen positiven Bauvorbescheid hat die Gemeinde bereits erhalten. Auf einem 4 000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein zweigeschossiger Neubau mit Kuppel und Minarett errichtet werden. (str.) Im Internet: www.heinersdorf-oeffne-dich.de im Original lesen --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Gegner der Moschee wollen klagen Berliner Zeitung vom 10.11.2006 Behörde entscheidet bis Jahresende über Bauantrag Stefan Strauß PANKOW. Die "Initiative Pankower und Heinersdorfer Bürger" (IPAHP) will jetzt auf juristischem Wege verhindern, dass die Ahmadiyya Muslim Gemeinde an der Tiniusstraße im Ortsteil Heinersdorf eine Moschee baut. "Es gibt baurechtliche Bedenken und berechtigte Zweifel", sagt IPAHB-Vorsitzender Joachim Swietlik. Rechtsanwälte durften sich im Auftrag der Initiative im Pankower Stadtplanungsamt die Bauunterlagen der Gemeinde anschauen, allerdings nicht als juristische Vertreter der IPAHB, sondern als Anwälte einer Eigentümergemeinschaft für ein Grundstück, das neben dem geplanten Standort der Moschee liegt. Bei den Unterlagen habe es sich um Akten des Bauvorbescheids gehandelt, heißt es aus der Behörde. In das laufende Genehmigungsverfahren haben die Anwälte jedoch keinen Einblick. Der Bauantrag für die erste Moschee, die im Ostteil Berlins gebaut werden soll, liegt seit August im Bezirksamt Pankow. "Wir warten jeden Tag auf den positiven Bescheid", sagt der Imam der Gemeinde, Abdul Basit Tariq. Doch die Gemeinde muss sich noch gedulden. Im Bezirksamt will niemand sagen, wie lange das Genehmigungsverfahren noch dauern wird. Man rechne aber noch in diesem Jahr mit einem Ergebnis, heißt es. Die Moschee-Gegner kündigen indes erneut eine Demonstration durch Pankow an, für den Fall, dass die Moschee genehmigt wird.(str.) --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bauantrag für Moschee vor Entscheidung Berliner Morgenpost vom 21.10.2006 dpa. Der Bauantrag der Ahmadiyya Muslim Gemeinde für eine Moschee in Heinersdorf steht vor der Entscheidung. Laut der Pankower Kulturstadträtin Almuth Nehring-Venus (Linkspartei.PDS) befindet sich das Genehmigungsverfahren in der Endphase. Der Bauantrag für ein Gemeindezentrum mit Moschee samt einem zwölf Meter hohen Minarett war Anfang August eingereicht worden. Wenn er nicht grundsätzlich vom rechtsgültigen Bauvorbescheid abweicht, gilt die Genehmigung als sicher. Gegen das Vorhaben - es wäre der erste Moscheebau im Ostteil Berlins - gibt es seit Monaten Anwohner-Proteste. Unterstützt werden sie dabei von der CDU. Ein von er Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger initiiertes Bürgerbegehren hatte das Bezirksamt jedoch als verfassungswidrig abgelehnt. Kritiker der Proteste verweisen auf die vom Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit in Deutschland. Dem Berliner Zweig der Ahmadiyya Muslim Gemeinde ist das bisherige Haus im Bezirk Reinickendorf zu klein geworden. Deshalb hatte die Gemeinde nach einem größeren Grundstück gesucht und schließlich ein früheres Gewerbegelände in der Tiniusstraße in Heinersdorf gekauft. Der Verfassungsschutz hält die Gemeinde für friedlich. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ich bin gelangweilt und islamübersättigt Berliner Morgenpost vom 01.10.2006
Diese Woche - Von Eckhard Fuhr Diese Woche ist es mir zu viel geworden. Ich bin islamübersättigt. Selbst dort, wo er nicht ist, kommt man am Islam nicht mehr vorbei. "Idomeneo"-Inszenierung beschwert, kein Islamist mit Anschlägen gegen die Deutsche Oper gedroht und kein Sicherheitsorgan eine konkrete Gefahr ausgemacht hat, dazu geführt, dass die Mozart-Oper aus Angst vor möglichen muslimischen Reaktionen vom Spielplan genommen wurde. eine Aufführung besuchen zu wollen. So wird also aus der Oper ein Islamereignis. Ich will es einmal wie der fundamentalistische Hesse Roland Koch in brutalstmöglicher Offenheit sagen: Der Islam langweilt mich. Der interreligiöse und -kulturelle Dialog langweilt mich auch. Über was soll man denn sprechen? Die wichtigen Dinge - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Ess-, Trink- und Liebesgewohnheiten, die Ablehnung jeder Zensur von Bild, Wort und Schrift - sind für mich nicht verhandelbar. Mir ist es egal, ob ein strenggläubiger Muslim dafür Verständnis hat oder nicht, wie er mich beurteilt und ob er mich bekehren will. Umgekehrt bin ich nicht im Geringsten neugierig darauf, warum jemand seine Frau nicht in der Öffentlichkeit küsst, sich an strenge Speisevorschriften hält und wörtlich glaubt, was im Koran steht. Er mag es so halten, aber er muss sich, wenn er in unserem Land leben will, darüber klar sein, dass unsere Gesetze, Schulen, Zeitungen und Filme und Theater keine Rücksicht darauf nehmen, was ihn "verletzen" oder "beleidigen" könnte. Er wird Ärger bekommen, wenn er seine Frau schlägt oder seine Töchter gegen ihren Willen verheiraten will. Sehr wohl aber müssen auch gegen seinen Willen seine Töchter am Sport- und Sexualkundeunterricht teilnehmen. Schwer zu verstehen ist es nicht. Wer hierherkommt, muss wissen, worauf er sich einlässt. Ich weiß nicht, was man darüber für einen Dialog führen soll. Für manche bei uns, so scheint es mir, hat der Islam die Rolle eingenommen, die früher der Kommunismus spielte. Er ist die große Bedrohung, das andere, das irgendwie auch gefährlich Attraktive - man ächzt schließlich unter Aufklärung und Emanzipation, und ein bisschen mehr Gehorsam und Disziplin und Respekt vor den Alten könnten ja nicht schaden, denkt man hier und da. So wird der Islam zum Widerlager des eigenen Selbstbewusstseins. Mich würde es verrückt machen, wenn ich bei allem, was ich tue und lasse, sage oder für mich behalte, darüber nachdenken müsste, in welchem Verhältnis zum Islam es steht und was es wohl für die Muslime bedeutet. Ich will sie weder provozieren, noch ist mir ihr Seelenfrieden ein besonderes Anliegen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie mit Karikaturen zu reizen. Warum sollte ich mich über Mohammed lustig machen? Aber wenn sie dann nichts anderes zu bieten haben als inszenierte religiöse Raserei und organisiertes Beleidigtsein, dann habe ich nur noch eine Bitte: Kameras aus ! --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- MOSCHEE-BAU Berliner Zeitung vom 28.09.2006
Gebet im Hinterhof ISLAM-KONFERENZ - Vertreter der Muslime in Deutschland und des Staates wollen Grundregeln für das Zusammenleben finden. Gestern begannen die Verhandlungen - mit einem ersten kleinen Durchbruch.
Der Streit in Berlin-Pankow ist exemplarisch. Der dort von der Ahmadiyya Muslim Gemeinde geplante Bau einer Moschee trifft in der Nachbarschaft auf erheblichen Protest. Bürgerbegehren wurden eingereicht, Demonstrationen organisiert. Nicht nur in Berlin, auch in anderen Städten schlägt Muslimen Misstrauen entgegen, wenn sie ein repräsentatives Gebethaus errichten wollen. Auslöser für die Unruhe sind Unsicherheit gegenüber der fremden Religion, Unkenntnis über die Glaubensrichtung und Angst vor Fundamentalisten. Hinzu kommt für die Bauherren oftmals auch Ärger mit den Behörden - etwa, wenn um die Höhe der Minarette gestritten wird. Somit gibt es in Deutschland nur wenige prächtige Moscheen wie die Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln. Die meisten der über 2 500 Moscheen in Deutschland aber befinden sich in Hinterhöfen und sind eher Gebetsräume denn Gotteshäuser. Das würden die islamischen Vereine gerne ändern. Wie dies erreicht kann, wie Berührungsängste zwischen Muslime und Nichtmuslimen abgebaut werden und wie die Vereine den Nachbarn entgegen kommen können, darüber soll in einer der Arbeitsgruppen der Islamkonferenz diskutiert werden. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der Papst bedauert Tagesspiegel vom 17.09.2006
Moschee im Dorf Er bedauert das Missverständnis, bedauert, dass Gefühle verletzt sein könnten – na, das kommt doch einer Entschuldigung sehr nahe. Und dazu vom Papst! Benedikt zeigt: Unfehlbar ist er nicht. Er wird Fundamentaltheologe und Dogmatiker bleiben; Politiker wird er nicht mehr. Sein Maßstab ist nicht von dieser Welt, sind nicht diese Tage. Seine Kirche, 2000 Jahre alt, wird nicht an einem Tag abgerissen, da hat er wohl recht. Nur lebt der Papst dann doch im Hier und Jetzt und muss die „Zeichen der Zeit“ (Matthäus erkennen. Mögen die Katholiken ihre gewaltvolle Zeit hinter sich haben, der Islam steckt noch mittendrin. Aber Achtung: nicht der gesamte. Darum war es mindestens politisch naiv, wie Benedikt formulierte. Wer scharf denken kann, der muss auch scharf trennen können. Islamisten sind es, denen man entgegentreten soll, wohl allerdings überlegt. Man muss sie trennen von denen, die friedlich dem Islam anhängen. Nun, der Papst hat das erkannt, spät, aber nicht zu spät. Das sollten die islamischen Kritiker auch sehen. Und die Moschee im Dorf lassen. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Vorwurf Volksverhetzung Berliner Zeitung, 16.09.2006
Polizei ermittelt gegen acht Teilnehmer der Demonstration gegen die Moschee Stefan Strauss
PANKOW. Wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt der Staatsschutz gegen acht junge Männer und Frauen. Sie haben am Donnerstagabend auf einer Demonstration gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf ein Transparent mit vermutlich volksverhetzendem Inhalt bei sich getragen. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Auf dem etwa fünf Meter langen Transparent war eine Moschee mit Minarett abgebildet. Aus dem Minarett kam eine Sprechblase mit dem Satz: "Heute gehört uns Kreuzberg und morgen die ganze Welt!" Daneben hatten die Macher "Pankow, aufgepasst!" geschrieben. Der Festnahme der acht Transparent-Träger durch die Polizei war eine längere Auseinandersetzung mit Ordnern der Demonstration vorausgegangen. Die Initiative Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) hatte vor Beginn der Demonstration etwa hundert Personen, die der rechten Szene zuzuordnen waren, mehrfach aufgefordert, am Ende des Zuges zu laufen. Die Polizei zog etwa 30 dieser Personen aus dem Pulk. Diese sammelten sich am Ende des Zuges. Als sich der rechte Trupp während der Abschlusskundgebung an der Kirche Alt-Pankow an die Spitze stellte und sein Transparent zeigte, stellten sich Ordner der Anwohnerinitiative demonstrativ davor. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen Ordnern und den Transparentträgern. Die Polizei nahm die acht Personen vorübergehend fest. Sie wurden fotografiert, ihre Personalien festgestellt. Auch Republikaner und NPD sowie die rechtsgerichtete Bürgerbewegung Pro Deutschland hatten zu der Demonstration aufgerufen. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt und der Berliner Republikaner-Chef Peter Warnst waren gekommen. Seit Bekanntwerden der Baupläne protestiert die Bürgerinitiative dagegen. Der jüngste Vorwurf des IPAHB-Vorsitzenden Joachim Swietlik gegen die Gemeinde lautet, die Moschee werde überwiegend aus deutschen Steuergeldern finanziert. Die meisten Ahmadiyyas bezögen staatliche Leistungen und müssten davon einen Anteil zum Bau der Moschee spenden. Der Imam der Berliner Ahmadiyya-Gemeinde, Abdul Basit Tariq, wies diese Behauptung zurück. "Jeder spendet freiwillig, manche viel, manche wenig, manche gar nichts." im Original lesen |